Tangodusche

 

Rechtzeitig zur heißen Jahreszeit hat die Tangofabrik Karlsruhe in ihren Räumen eine Tangodusche der Firma Kaldewei aufgebaut. Diese neuartige „Sanitärin-stallation" wurde aus den Trockenduschen der Serie Buiseness entwickelt. Diese erlaubt den gestressten Büroangestellten das schnelle Zwischendurchduschen während der Arbeitszeit. Vor einiger Zeit wurde die Tangofabrik Karlsruhe auf diese neuartigen Duschen aus den USA aufmerksam und fragte bei Kaldewei an, ob diese auch für Tangopaare konzipiert werden könnten. Aus dieser Anfrage entstand in den letzten zwei Jahren eine konstruktive Zusammenarbeit. Nun ist das Ergebnis in Karlsruhe zu bestaunen und zu benutzen. Die etwa 290 cm lange und 140 cm breite „Duschkabine" ist für Tanzpaare konzipiert, die ohne Unterbrechung während des Tanzens durch die „Duschschleuse" tanzen möchten. Also ideal für eine schnelle und erfrischende Körperreinigung während des Tanzens. Dauer des Vorgangs höchstens 25 Sekunden. Danach fühlt man sich so lebendig, wie zu Beginn des Tanzabends.


Für Kaldewei war es ein geringes Problem das Prinzip der Buiseness-Dusche auf die Tanzsituation anzuwenden. Die Schleuse wurde auf 140 cm verbreitert so dass während des Vorgangs innehaltende oder um die Achse drehende Tanzschritte für Tanzpaare möglich sind. Auch wurde der Eingangsabsatz bei der Buiseness-Dusche beseitigt, so dass man sich jetzt ohne Hindernis hineinbewegen kann.


Ansonsten wurde das bisherige Prinzip, das bei der Buiseness-Dusche zur Anwendung kam, genutzt. Dabei macht man sich Phänomene der Luft beim Luftfeuchtigkeitsgrad und der Ionisierung zu nutze. Als erstes kamen diese Phänomene in der Raumfahrt zur Anwendung, wo sich die Astronauten bei Ihrem Aufenthalt im Weltall auch nicht im herkömmlichen Sinne duschen können. Sowohl im Weltall als auch bei der Dusche auf der Erde behält man die Kleidung an. Besondere Herausforderung für die Ingenieure in den USA war die Tatsache, diese Prinzipien, die in der Schwerelosigkeit sehr einfach gelten, auf die terrestrische Situation zu übertragen und bis zur Marktreife zu entwickeln. In den USA sind diese Duschen inzwischen bei den Geschäftleuten ein Renner.

 

Bei der Dusche in der Tangofabrik Karlsruhe kann das Paar, das ruhig verschwitzt sein sollte, nun ebenerdig in die Schleuse hineintanzen. Das Duschen erfolgt lautlos, so dass man weiterhin die Musik hört und nicht aus dem Rhythmus fällt. Am „Eingang" durchdringt man die ionisierte Luftschichtwand, die eine absperrende Funktion hat und das permanente Luftfeuchtigkeitsgefälle nach Außen hin abgrenzt. Im ersten Drittel des Duschinnenraumes setzt man sich einer erhöhten Licht- und UV-Strahlung aus, um in wenigen Sekunden nun wirklich zum Schwitzen zu kommen. Das Tanzpaar hat es also selber im Griff, wie lange es sich der saunaähnlichen Situation aussetzt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass 4-5 Sekunden ausreichen, dann schwitzt jeder. Danach folgt der absolut trockene Bereich. In der Raumfahrt spricht man von absolut trockener Luft, wenn der relative Feuchtigkeitsgehalt in der Luft 18 Prozent bei 21 Grad Celsius warmer Luft unterschreitet. Denn ab da trocknet jede offene Flüssigkeit von jeder Oberfläche absolut schnell. Die Tangodusche ist 290 cm lang und 140 cm breit, also groß genug um mit einigen Drehungen und Ochos sich darin ohne weiteres bis zu 25 Sekunden aufhalten zu können. Für Könner also kein Problem. Man tanzt also bei laufender Musik hinein und durchdringt die etwa 7 cm starke ionisierte Luftwand, kommt ins Schwitzen und bewegt sich weiter. Im Bereich mit der absolut trockenen Luft wird dann in Sekundenbruchteilen die Feuchtigkeit durch die Kleidung von der Haut abgezogen. Man glaubt es kaum wie erfrischend und abkühlend das auf den Köper wirkt. Verlassen tut das Paar den Bereich, indem man nach eigenem Gutdünken weitertanzt und wieder eine ebenfalls ionisierte Isolierluftschicht durchschreitet.

 

Das Ganze dauert je nach „Schwitzfähigkeit" und Bekleidungsart 19 - 25 Sekunden. Danach ist man so erholt wie zu Beginn des Tangosalons.

 


Roland Timmig                                                                                        02/2007