Peristaltisches Lichtmodell

 

Den folgenden Artikel zur Frage, wie bewegt sich das Licht nun wirklich, muss man auf dem Hintergrund des Artikels "Erdscheibe" lesen. Hier wie dort liegt die Lösung des Widersprucks nicht in dem entweder oder sondern in der Suche nach einer Verbindung beider Sichtweisen. Es gilt ein Modell zu finden, das die angeblich gegensätzlichen Phänomene und Erfahrungswerte in einem vereint. Ich nenne es das Peristaltische Lichtmodell.

 

Teilchen oder Welle

 

Noch immer besteht das Paradoxon zwischen Quantencharakter und Wellen-verhalten des Lichtes. Dabei ist eindeutig nachgewiesen, dass sich das Licht wie eine Welle ausbreitet und dass es andererseits auch Teilchencharakter hat. Wenn man die Frage stellt, was ist denn nun richtig, kommt man schon gar nicht weiter. Dabei muss man sich immer wieder der Tatsache bewusst werden, dass beide Theorien bildhafte Modelle sind und nicht die Wirklichkeit an sich abbilden. Beachtet man das, dann ist es leichter zu sagen, dass das eine oder andere Modell einfach nicht in seiner Vollständigkeit stimmt. Weiter sollte man einfach noch einmal schauen, aus welchen Bildern und Vergleichen sich diese Modelle entwickelten.

 

In der Schule wird den Kindern beim Licht als erstes der Wellencharakter nahe gebracht. Diese Ansicht ist so verbreitet, dass jeder Pimpf schon weiß, dass das Licht eine Welle ist bevor er im Unterricht genaueres dazu erfährt. Zur Visionalisierung dieser Theorie werden gerne Versuche über die Entstehung und das Verhalten von Wellen im Wasser dargestellt. Wer kennt die Aufnahmen nicht, wo ein Impulsgeber in der Mitte einer Wasserfläche vibriert und Wellen erzeugt. Sie breiten sich aus der Mitte in konzentrischen Kreisen aus, wie bei einer Lichtquelle eben. Oder der Versuch, wo eine Wellenfront auf ein Hindernis mit Durchgängen zuläuft. Nach dem Durchlaufen eines Spaltes laufen die Wellen nicht mehr parallel weiter sondern in konzentrischen Kreisen von diesem Spalt aus. Das Licht streut beim Durchgang eines Spaltes. Sehr bildhaft wird dem Schüler – der Allgemeinheit nahe gebracht, dass sich das Licht wie eine Welle verhält. Man kann eben viele Phänomene des Lichtes sehr gut mit Versuchen durch Wasserwellen darstellen.

 

In den höheren Jahrgansstufen kommt dann ein neues Verhalten des Lichtes hinzu, welches widersprüchlich ist zu dem Verhalten des Lichtes als Welle. Trifft Licht auf eine Fläche, dann überträgt sich so viel Energie, dass rein rechnerisch die Energie, die eine Welle beim Auftreffen auf diese Fläche erzeugt, zu gering ist. Man misst mehr Energie als eine Lichtwelle ergibt. Also scheint sich die Energie zu Teilchen zusammen zu ballen, die man dann auch Photonen nennt. Damit hat man in der modellhaften Beschreibung des Lichtes zwar eine Lösung aber auch seitdem zwei Theorien.

 

Welche Theorie stimmt denn nicht oder besser gesagt ist unvollständig?

 

Die Welle stimmt nicht.

 

Dazu muss man noch einmal die beschreibenden Wellenmodelle genauer betrachten. Wie gesagt, die Vergleiche mit den Wasserwellen sind beliebt. Unberücksichtig bleibt da zum Beispiel, dass die Wasserwelle die Abbildung der Wasseroberfläche im Querschnitt ist. Sie ist das „Grenzbild“ zwischen Wasser und Luft. Das „Grenzbild“ wird genommen und im Profil dargestellt. Eigentlich müsste es einen belustigen, wenn man dieses Grenzbild – die Welle mit einem Draht nachbildet und viele von diesen wellig gebogenen Drähten in einen zentralen runden Körper steckt, der die Lichtquelle darstellt. Viele wackelige Gebilde spreizen sich da von der Mitte weg.

 

Weiter hat sich keiner gefragt, wieso der in einer Wellenform wegfliegende Lichtstrahl in einer Rechtskurve wegfliegt und der andere in einer Linkskurve. Und überhaupt, welche Kraft diesen Strahl nach dem „Abflug“ gleich wieder in die Gegenkurve zieht. Und was ist mit der Flugstabilität. Auf dem Papier ist es einfach, da zeichnen wir rauf und runter, da gibt es eine Ebene, Fläche auf der die Welle gezeichnet wird. Im Raum gibt unendlich viele Ebenen, die sich um eine Strahlenachse drehen können – also einmal in 360 Grad herum.

 

Die Lösung

 

Die Lösung lässt sich anhand der peristaltischen Bewegung eines Darms erklären. Man nehme einen Schlauch, der mit einer Paste gefüllt ist. Man halte ihn an einer Seite fest und drücke ihn mit der anderen Hand an einer anderen Stelle zusammen. Jetzt ziehe man die Hand – den Knoten – die Verengung in die andere Richtung. Im Profil ist jetzt der Teil einer Doppelwelle zu sehen. Ich brauche nicht zu erklären, dass, wenn man in regelmäßigen Abständen Knoten setzt, man im Profil eine komplette doppelte Welle sieht und hat.

 

Bewegen sich dann alle Knoten gleichmäßig in eine Richtung, dann hat man wieder im Profil eine nach oben und nach unten geklappte Welle. Die Doppelwelle.

 

Dieser peristaltische Strahl ist natürlich nur eine Hilfsvorstellung, denn in Wirklichkeit gibt es keinen Schlauch, der mit Einschnürungen durch die Luft strahlt. Vielmehr ist es so, dass von einer Energiequelle ein Impuls los fliegt, der das „Nichts“ im Raum anregt sich für einen Moment zusammen zu ziehen. Er zieht das „Nichts“ aus einer Entfernung einer Amplitude zusammen und es wird in der Mitte für einen Moment so dicht, dass es Teilchencharakter hat. Das Ganze passiert aber nicht flächig sondern räumlich.

 

Wie das Zusammenziehen erfolgt gibt es meiner Ansicht nach zwei Varianten, die noch zu erforschen sind:

 

Das „Nichts“ zieht sich zur Mitte zusammen, durchstülpt sich und kommt im „Außen“, gleichen Abstands wie vor der Bewegung auf der gegenüberliegenden Position wieder zur Ruhe.

 

Das „Nichts“ stößt in der Mitte zusammen und prallt wieder zurück in die alte Position.

 

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich die Idee der Durchstülpung mehr fasziniert. „Nichts“ wird mit unvorstellbarer Wucht zusammen gezogen, verdichtet und durchdringt sich und löst sich wieder in der alten Verteilung auf, nur eben im Gegen.

 

Was fliegt da zusammen und auseinander?

 

Ob das „Nichts“ nun eine stoffliche Grundlage eines noch nicht wahrgenommenen Stoffes hat oder ob das „Nichts“ wirklich das „Nichts“ ist, ist für die Beschreibung der peristaltisch ähnlichen Fortbewegung des Lichtes unwichtig.

 

Wichtig ist, dass sich in das „peristaltische Lichtmodell“ beide bisherigen Modelle integrieren lassen. Die peristaltische Bewegung im Profil weist auf die Welle hin, die Fortbewegung der Knoten, der Einschnürungen auf den Teilchencharakter.

 

 

Roland Timmig                                                                                 August 2011