Der Luftballon
Immer noch halte ich dich,
mein Luftballon,
und laufe mit dir über die Felder.
Wenn ich dich loslasse,
du in den Himmel steigst
und der Wind deinen Weg bestimmt,
wird es in meinem Herzen kälter.
Denn nie werde ich so sorglos
einen geliebten Ort verlassen können
und ungewollte Grenzen überschreiten,
nie werde ich – wie du –
die Welt von oben seh’n,
sondern bei meinen Wurzeln bleiben.
Ich hab’ all meine Träume
in dich reingeblasen und schicke
Sehnsucht, Hoffnung und Liebe mit dir fort.
Ich seh’ dir nach mit stillem Ernst und spür’
eine Wärme, weil ein fester Glaube mehr ist
als nur ein Wort. –
Du aber fliegst weiter ohne Wiederkehr
und in Gedanken trägst du mich mit dir fort.
Die Dimensionen verwischen sich langsam
und die Gewissheit wird klar,
dass wir beide ein Teil sind
vom großen Stück.
Bärbel Engels 12/2003