Der Elefant
Sein Gang ist
schwer, gewichtig,
grazil und sanft zugleich,
und ist seine Erscheinung bedrohlich –
sein Blick
ist weich
Fast lächerlich wirkt
der dünne Schwanz
als Teil der mächtigen Gestalt,
die eingebettet und umrahmt wird
von der Farbe des Asphalts.
Die dicke Haut verletzlich,
das raue, graue Kleid
von tausendtausend Furchen,
zeigt nichts von Eitelkeit.
Sein Schrei dröhnt magisch
mit dem Wind,
der haltlos ihn enttarnt,
doch unbeschreiblich, wenn
in der Abendsonne
der kräftige Rüssel
das Licht umarmt.
Und stirbt ein Tier der Herde,
dann wird er menschengleich –
er trauert, wacht und schützt den Andren,
bis er der Sonne sinkend gleich
der staub’gen Erde still entweicht.
Bärbel Engels